Dringend benötigte Baumaterialien, insbesondere Gipsprodukte, könnten künftig knapp werden und es weiter erschweren, neuen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Die Knauf Gips KG, der weltweit größte Gipshersteller mit Sitz in Bayern, rechnet schlimmstenfalls mit bis zu 40% weniger Gips aus Deutschland über das kommende Jahrzehnt.
Hintergrund dafür sind Engpässe, die durch den Ausstieg aus der Kohleverstromung entstehen. Spätestens 2038 wird synthetischer Gips aus Rauchgasentschwefelungsanlagen, einem Nebenprodukt aus Kohlekraftwerken, wegfallen – und damit fast die Hälfte der jährlich verbrauchten 10 Mio. Tonnen dieses Rohstoffes hierzulande. Gips ist in nahezu jedem Haus und jeder Wohnung verbaut.
„Dadurch wird es dringend nötig, mehr Naturgips abzubauen“, sagte Marco Pabstmann, der als Direktor Technik der Knauf Gruppe die Rohstoffgewinnung, Produktion und Technik in Zentraleuropa verantwortet. „Denn fast jeder braucht Gips. Mit dem Kohle-Aus droht eine massive Lücke. Gipsprodukte sind unverzichtbar – um energetisch zu modernisieren, urbane Räume nachzuverdichten und umweltfreundlicheren, klimagerechteren Leichtbau insgesamt auszuweiten sowie bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Auch in jedem Windrad stecken bis zu 30 Tonnen Gips – verbaut im Fundament.“
Studien belegen, dass alternative Baustoffe den Bedarf bei Weitem nicht decken könnten; zudem sei der massenhafte Import von Gips aus anderen Teilen der Erde weder wirtschaftlich noch ökologisch sinnvoll, denn der Rohstoffabbau unterliegt hierzulande strengen Umweltauflagen – der Abbau in Deutschland erfolgt umweltgerecht und nachhaltig. Auch erhöht sich mit einem höheren Import die Rohstoff-Abhängigkeit Deutschlands weiter. Vermehrtes Recycling wird diese Lücke nicht schließen können. Schon heute werden alle verwertbaren Recyclingmengen von der Industrie verwendet.
Zuletzt war bekannt geworden, dass die Bundesregierung ihr Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr deutlich verfehlt hat. Engpässe bei Baumaterialien könnten es weiter erschweren, diese Marke zu erreichen. „Auch deshalb ist es dringend nötig, dass wir aus der Politik Unterstützung für den Abbau von Gips in Deutschland erhalten“, so Pabstmann.
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