Die modulare Bauweise ist prädestiniert, um schnell und kosteneffizient Wohnraum zu schaffen. In der Rhinstraße Berlin-Lichtenberg sind 530 Apartments für Studierende samt Kita und Gewerbeflächen in nur 20 Monaten entstanden. Die in der Fabrik vorgefertigten und auf der Baustelle zusammengesetzten Betonmodule wurden vor Ort mit dem hocheffizienten Wärmedämm-Verbundsystem Knauf WARM-WAND Plus gedämmt.
17.000 m² Wohnfläche für 800 Studierende, in kürzester Zeit errichtet und sofort beziehbar, untergebracht in zwei modernen Hochhäusern mit je elf Stockwerken: Möglich macht dies das „Modulare Bauen 4.0“, ein Verfahren des Bauunternehmens Lechner Group. Das sei nichts anderes als die Industrialisierung im Wohnungsbau analog der Fertigung in der Automobilindustrie, erläutert die Unternehmensgruppe mit über 600 Mitarbeitern. Beim Prefab, der Vorfertigung in der Fabrik, werden die Module „Lechner Cube“, die es neben Beton auch in Holz- und Holzhybrid gibt, unter stets gleichbleibenden und optimalen Bedingungen hergestellt. Sie müssen vor Ort nur noch auf- und übereinandergestellt und verbunden werden.
Vorfertigung just in time
Die Vorfertigung beginnt parallel zur Erschließung und Gründung auf der Baustelle. Durch den hohen Vorfertigungsgrad von 90 Prozent finden nahezu alle Arbeiten in die Fabrik statt. Die Elemente werden just in time zur Montage vor Ort angeliefert. Pro Tag können bis zu 10 schlüsselfertige Module montiert werden. Somit entfallen alle auf konventionellen Baustellen üblichen Abhängigkeiten und Verzögerungen durch Wetter und Jahreszeiten, wie auch die damit zusammenhängenden Folgeprobleme sowie Abstimmungen nachfolgender Gewerke.
Beim patentierten Glockenguss-Verfahren des Lechner-Cube-Systems werden fünf der sechs raumschließenden Seiten in einem Guss hergestellt. Es gibt verschiedene Modulgrößen, von zirka 13 m² Wohnfläche bis zirka 35 m². In der Rhinstraße hatten die Module eine Wohnfläche zwischen 17,27 und 18,86 m².
All inklusive in den Modulwohnungen
Alle Leitungen und Anschlüsse sind in den Einzel- und Doppelapartments mit eigenem Bad und Pantryküche enthalten, die Beschichtungen von Boden, Wand und Decke sind fertig. „Es müssen nur noch Matratzen und Vorhänge individuell angeschafft werden. Das ist unser Trumpf“, sagt Christian Hanisch von der Lechner Group. Vor Ort müssen lediglich die Böden, Wände und Decken der verbindenden Fluren beschichtet werden. Auch die hochwertige Inneneinrichtung in den Gemeinschaftsräumen im Erdgeschoss wird dort eingebaut. Fehlt nur noch die Außendämmung der Betonwände mit Knauf WARM-WAND Plus. „Das WDV-System mit Mineralwolle eignet sich optimal für den Hochhausbereich, denn es erfüllt die höchsten Anforderungen an den Brandschutz“, sagt Christian Hanisch. Die MW-Platten sind nicht brennbar (Klasse A1). Durch die Dämmung wird auch der Schallschutz um bis zu 16 dB verbessert
12.000 m² Dämmung verklebt und verdübelt
In der Rhinstraße in Berlin kam MW Wolle 035 in 260 mm Stärke auf fast allen Flächen an die Wände, außer den Giebelseiten, wo aus energetischen Gründen 300 mm Stärke erforderlich war. Insgesamt wurden 12.000 m² Fassadenfläche in nur sechs Monaten gedämmt und verputzt. Die Dämmplatte werden mit Armiergewebe 5x5 und Klebe- und Armiermörtel Knauf SM300 an den Betonwänden verklebt – und wegen der Gebäudehöhe und der Windlast zusätzlich mit versenkten Knauf Schraubdübel befestigt. Dübel und Dübelteller erhielten eine Abdeckung mit Knauf STR Rondelle MW, um Wärmebrücken zu vermeiden. „Die Verarbeitung von Knauf WARM-WAND ging gut von der Hand. Lediglich die Dämmstoffdicke von 300 mm an den Giebelseiten war eine Herausforderung“, beschreibt Fachunternehmer Murat Bakis.
Anschlüsse, Putz und Farbe
„Bei der Planung und Umsetzung des wärmebrückenfreien WDVS galt es ein besonderes Augenmerk auf Kästen für die kontrollierte Be- und Entlüftung der Wohnmodule an der Fassade und auf die sonstigen Anschlüsse zu legen“, beschreibt Jörg Freimuth, Gebietsleiter Berlin bei Knauf. Für schlagregendichte Fenster sorgt das selbstklebende, bewegliche Fensteranschlussprofil Flexibel mit Schattenfuge mit Fugendichtband FD. Das Profil ermöglicht exaktes Anarbeiten mit Armiermörtel und Oberputz durch spezielle Abzugskanten. Abgerundet wird das WDVS mit dem passenden mineralischen Oberputz, Universal-Scheibenputz SP 260 Pro mit 2 mm Körnung. Der wasserabweisende Edelputzmörtel für innen und außen hat die Druckfestigkeitskategorie CS II nach DIN EN 998-1. Das Farbgestaltungskonzept mit abgestimmten Farbtönen der Knauf Siliconharz-EG-Farbe lockert die Fassade optisch auf.
Energetische Ziele erreicht
Was die Planung und Umsetzung des WDVS und der Beschichtung angeht, sagt Jörg Freimuth augenzwinkernd: „Es ist alles gut gegangen. Die einzige Herausforderung war, sich auf eine Farbgestaltung zu einigen.“ Das WDV-System Knauf WARM-WAND Plus entspricht den energetischen Anforderungen des Objekts in der Rhinstraße, BEG-Effizienzhaus 40. Um den erforderlichen Anteil an erneuerbaren Energien (EE) zu erreichen, wurde eine Wärmepumpe installiert, die dem Grauwasser (aus Dusche, Waschmaschine und Küche) Wärme entzieht. „Es war das erste Projekt, das wir mit Knauf WARM-WAND Plus gedämmt haben und wir sind zufrieden. Zurzeit wird ein weiteres Objekt von uns in Berlin damit gedämmt“, berichtet Christian Hanisch.
Bautafel:
Bauherr: Berlinova Immobilien Gesellschaft mbH, Berlin
Generalübernehmer: Lechner Immobilien Devolopment GmbH, Frankfurt am Main, Christian Hanisch, Technischer Leiter Modulares Bauen
Fachunternehmer: Bakisch Bau GmbH, Berlin, Geschäftsführer Murat Bakis.
Knauf Fachberater: Jörg Freimuth, Gebietsleiter Berlin
Produkte: Knauf WARM-WAND Plus MW Wolle 035, Knauf SM300, Armiergewebe 5x5 mm, Knauf STR Rondelle MW, Knauf Fensteranschlussprofil Flexibel, Knauf Fugendichtband FD, Knauf SP 260 Pro, Siliconharz-EG-Farbe
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